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Die Geschichte des Berliner Krisendienstes |
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Seit mehr als einem Jahrzehnt gibt es in Berlin etablierte, fachlich anerkannte freie Träger, die Teil des städtischen Krisenversorgungs-Systems sind.
Als Folge der Kostendiskussion im Gesundheitswesen wurden auch sie konfrontiert mit dem zügig voranschreitenden Abbau von Krankenhaus- und Psychiatrie-Betten. Allein in der Berliner Psychiatrie wurden in gut fünf Jahren mehr als 2.000 Betten abgebaut.
Im Zuge einer angestrebten Enthospitalisierung wurden von Seiten des Berliner Gesundheitssenats im Rahmen des Psychiatrie-Entwicklungs-Programms (PEP) von 1996 Planungen zum Aufbau einer komplementären, ambulanten psychiatrischen Versorgung vorgegeben.
Dank einer großen Zahl engagierter freier Träger in Berlin konnten im Laufe der Jahre viele erfolgreiche Projekte umgesetzt werden. Schließlich entstand die Idee, die Ressourcen aller bisherigen Träger von Krisendiensten zu bündeln und ein gemeinsames Modell einer integrierenden Berliner Krisenversorgung zu entwerfen: den Berliner Krisendienst.
Im Laufe einer dreijährigen Entwicklungsphase wurde die Konzeption des Berliner Krisendienst in jedem der 23 Berliner Bezirke in den psychosozialen Arbeitsgemeinschaften, in den Psychiatrie-Beiräten, im Landes-Psychiatrie-Beirat, mit vielen Mitarbeitern verschiedenster psychosozialer Dienste sowie mit Vertretern sozialer Projekte, Betroffenen und Angehörigen psychisch Kranker diskutiert und modifiziert.
1998 wurde das Konzept verabschiedet und seit Oktober 1999 wird dieses ambitionierte Projekt in allen Berliner Bezirken umgesetzt.
Zum Aufbau des Berliner Krisendienst wurde eine Trägerschaft in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet. Die Berliner Krisendienst GbR hat sechs renommierte Berliner Träger zum Berliner Krisendienst zusammengeschlossen:
- Albatros e.V.
- Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V.
- Hilfen für suizidgefährdete Kinder und Jugendliche e.V. (NEUhland)
- KBS e.V. Kontakt- und Begegnungsstätte
- Krisen- und Beratungsdienst (K.U.B.) e.V.
- Platane 19 e.V.
Der Berliner Krisendienst wird gefördert vom Land Berlin, vertreten durch das Bezirksamt Charlottenburg im Auftrag der anderen Bezirke. Die laufenden jährlichen Kosten werden durch Zuwendungsmittel des Bezirksamtes Charlottenburg finanziert.
Zur Anschubfinanzierung wurden Enthospitalisierungsmittel verwendet, die von den Krankenkassen in Verbindung mit dem Bezirksamt Charlottenburg bereitgestellt wurden und dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband zur treuhänderischen Verwaltung und Vergabe übertragen wurden.
Um während der Erprobungsphase wichtige Erkenntnisse für die Zukunft des Berliner Krisendienst zu gewinnen und die erforderlichen Finanzierungsmittel effizient einzusetzen, wird der Berliner Krisendienst über drei Jahre von der Freien Universität Berlin und der Katholischen Fachhochschule Berlin wissenschaftlich begleitet. Dabei wird die quantitative und qualitative Evaluation durch einen Ansatz zur Organisations-Entwicklung ergänzt, bei dem die erhobenen Daten auch zur Steuerung und Weiterentwicklung des Dienstes genutzt werden.
Die Auswertung dieser Forschungsarbeit liegt mittlerweile in Form eines sehr umfangreichen und detaillierten Abschlußberichtes vor.
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