Der Berliner Krisendienst entsteht

Seit den 1980er Jahren leisteten etablierte freie Träger einzelner Krisenberatungsstellen einen Großteil der ambulanten Krisenversorgung in Berlin. Zu dieser Zeit wurden psychisch Kranke noch über lange Zeiträume im Krankenhaus behandelt.

Als immer mehr Krankenhausbetten in der Psychiatrie abgebaut wurden, führte diese Enthospitalisierung von psychisch Kranken zum Bedarf einer flächendeckenden ambulanten Versorgung. Hierzu gab der Berliner Gesundheitssenat im Rahmen des Psychiatrie-Entwicklungs-Programms (PEP) den Aufbau einer komplementären, ambulanten psychiatrischen Versorgung vor. Daraus entstand bei den freien Trägern eine große Idee: Die Ressourcen aller bisherigen Träger von Krisendiensten zu bündeln und ein gemeinsames Modell einer umfassenden Berliner Krisenversorgung zu entwickeln.

Flächendeckende Krisenhilfe

Alle Berliner Bezirke beteiligten sich seit 1995 an den Vorbereitungen für eine flächendeckende Krisenversorgung in Berlin. Es wurden umfangreiche Gespräche geführt mit Fachleuten aus dem psychosozialen Bereich und der Psychiatrie, sowie mit Betroffenen, die Krisenhilfe in Anspruch nehmen. Nach einer dreijährigen Entwicklungsphase war es so weit:

Im Oktober 1999 nahm der Berliner Krisendienst in Trägerschaft von sechs – in der gemeindepsychiatrischen Versorgung renommierten – Berliner Trägern seine Arbeit auf.

Qualitätssicherung durch wissenschaftliche Begleitung

In den ersten drei Jahren (1999-2001) wurde die Arbeit des Berliner Krisendienst von der Freien Universität Berlin und der Katholischen Fachhochschule Berlin wissenschaftlich begleitet. Ziel war es, bereits während der Erprobungsphase Erkenntnisse für die zukünftige Entwicklung und den effizienten Einsatz der Finanzierungsmittel zu gewinnen. Dabei wurde die quantitative und qualitative Evaluation durch einen Ansatz zur Organisationsentwicklung ergänzt. Die Forschungsergebnisse liegen als Abschlussbericht in zwei Bänden vor.

Große Nachfrage

Seit Bestehen des Berliner Krisendienst wuchs der Beratungsbedarf kontinuierlich. Wurde im ersten Jahr rund 32.000 mal das Hilfsangebot des Berliner Krisendienst in Anspruch genommen, sind es inzwischen – im Jahr 2014 – mehr als 60.000 mal.

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Mehr Informationen über den Berliner Krisendienst zum Download:

Der Berliner Krisendienst

Flyer, PDF-Dokument

10 Jahre Berliner Krisendienst

Informationsbroschüre, PDF-Dokument

„Die Gespräche im Krisendienst haben mir geholfen, den großen Haufen Probleme in kleinere Päckchen zu packen.“

Jörg, 46 Jahre